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Federkernmatratze

Schlaf ist wichtig, denn während der Nachtruhe erholen sich die Zellen, sodass der Körper entspannen kann und mit neuer Kraft und Energie aufgetankt wird. Damit dies auch wie gewünscht gelingt, ist eine hochwertige Matratze wichtig. Im folgenden Ratgeber werden nähere Informationen rund um die Federkernmatratze gegeben: Was zeichnet sie aus, wo liegen die Vor- und Nachteile? Was gibt es beim Kauf und der Pflege zu beachten? Dies und vieles mehr wird in diesem Ratgeber erläutert.

Was ist eine Federkernmatratze?

Der Name Federkernmatratze resultiert aus dem Kern, der aus vielen einzelnen oder miteinander verwobener Federn besteht. Auf den Druck werden sie zusammengedrückt und geben nach, sodass sie punktelastisch auf den Körper des Schlafenden reagieren. Die Federkernmatratze besteht aus verschiedenen Schichten: Innen liegt der Federkern und darüber eine Schutzschicht, die meistens aus Filz oder Wattevlies besteht und vor Beschädigungen durch die verwendeten Federn schützt. Eine Schaumstoffplatte, die Polsterschicht, verhindert, dass die integrierten Federn spürbar sind. Das Obermaterial ist der Bezug. Dank des luftigen Federgewebes im Kern sind die Matratzen sehr atmungsaktiv und auch für Menschen geeignet, die nachts stark schwitzen.

Verschiedene Arten von Federkernmatratzen

Die Federkernmatratze verfügt über spiralförmige Federn im Kern. Entsprechend der Art der Federung wird sie in verschiedene Kategorien eingeteilt:

Bonellfederkernmatratze

Die Bonellfederkernmatratze verfügt über spezielle Bonellfedern, die einen hohen Schlafkomfort bieten. Sie bilden den Kern und somit das Herzstück der Matratze. Über Drähte sind die Stahlfedern eng miteinander verbunden. Die Form ähnelt einer Sanduhr, denn sie werden zur Mitte hin schmaler und an den Enden wieder breiter. Sie sind sehr stabil und bruchsicher. Sie sind doppelt vergütet und thermoelektrisch behandelt, sodass sie im Gegensatz zu anderen Stahlfedern flexibler sind. Wird die Bonellfederkernmatratze belastet, kommt es zu einer Erhöhung des Widerstands in den Federn und in der Folge zu einer Flächenelastizität. Die Bonellfederkernmatratze passt sich dem Körpergewicht und der Belastung optimal an. Bei geringer Belastung gibt sie nur leicht nach und in anderen Fällen wird mehr Gegendruck entwickelt.

Taschenfederkernmatratze

Der Taschenfederkern besteht aus mehreren hundert zylindrischen Federn, die einzeln in Taschen zusammengenäht werden. Sie sind also nicht wie die Bonellfedern direkt miteinander, sodass jede Feder individuell auf Druckbelastung reagiert. Dadurch überzeugt die Taschenfederkernmatratze mit einer hohen Punktelastizität. Sie gibt also genau an den Stellen nach, an denen der Körper einen Druck ausübt, was sich positiv auf die Schlafqualität auswirkt. Die Wirbelsäule wird erheblich geschont. Es geben nur die beanspruchten Federn nach, was eine sehr gute Luftzirkulation und ein angenehmes Raumklima ermöglicht. Die Taschenfederkernmatratze ist aufgrund der Textiltaschen zudem viel leiser als die Bonellfederkernmatratze, da die Stoffummantelung Geräusche abdämpft.

Tonnentaschenfederkernmatratze

Der Tonnentaschenfederkern bietet den höchsten Schlafkomfort, sodass die Tonnentaschenfederkernmatratze deutlich hochwertiger ist als eine herkömmliche Federkernmatratze. Das liegt am Aufbau des Kerns. Die Federn sind auch hier einzeln in Taschen eingearbeitet und somit nicht miteinander verbunden. Die zylinderförmigen Federn weisen eine bauchige Struktur auf. In der Mitte sind sie also nach außen gewölbt und werden somit mit einer ganz besonderen Form verbaut. Die Form erinnert an eine Regentonne, woraus der Name resultiert. Die Tonnentaschenfeder hat im Vergleich zur Taschenfederkernmatratze eine noch höhere Punktelastizität. Dank der Form und Anordnung der Matratze punktet sie außerdem mit einer sehr guten Luftzirkulation. Es werden mehrere hunderte oder sogar tausend Tonnentaschenfedern verbaut. Desto mehr Federn es sind, umso hochwertiger ist die Tonnentaschenfederkernmatratze.

Welche Vorteile hat eine Federkernmatratze?

Federkernmatratzen ermöglichen eine gesunde Körperhaltung, da sie eine gute Stützkraft bieten. Die Wirbelsäule und Muskeln hängen nicht durch. Dies gilt aufgrund der geringen Punktelastizität jedoch nicht für die Bonnellfederkernmatratze. Federkernmatratzen weisen zudem ein gutes Bettklima auf, denn sie werden durch das Material und die Struktur der Federn gut belüftet und sind sind somit atmungsaktiv. Daher sind Federkernmatratzen wunderbar für Menschen geeignet, die schnell schwitzen. Im Inneren der Matratze staut sich weniger Feuchtigkeit, wodurch eine Schimmelbildung vorbeugt wird. Es erfolgt ein stetiger Luftaustausch. Weitere Vorteile der Federkernmatratze sind die hohe Punktelastizität, Formbeständigkeit und Langlebigkeit.

Welche Nachteile hat die Federkernmatratze?

Günstige Federkernmatratzen besitzen keine Punktelastizität und die Einsinktiefe bestimmter Körperteile ist suboptimal. Dies gilt jedoch nicht für hochwertige Taschenfederkernmatratzen. Federkernmatratzen besitzen auf der Oberfläche feine Poren, die optimale Brutstätten für Hausstaubmilben sind. Sie eignen sich daher nicht für Allergiker. Mit der Zeit können die Federn durch die Polsterung der Matratze stoßen, was das Liegen sehr unangenehm macht. Federkernmatratzen sollten nur zusammen mit einem nicht verstellbaren Lattenrost verwendet werden.

Für wen ist eine Federkernmatratze geeignet?

Federkernmatratzen bieten eine gute Stützung und ein eher festes Liegegefühl. Sie eignen sich somit für Menschen, die gern etwas härter liegen möchten, statt in ein weiches Modell einzusinken. Davon profitieren auch Menschen, die etwas schwerer sind, denn Federkernmatratzen besitzen aufgrund des Stahlkerns eine hohe Stabilität. Da die Atmungsaktivität optimal ist, sind auch Menschen, die nachts schwitzen und ein kühles Schlafklima bevorzugen, gut damit beraten. Federkernmatratzen sind insbesondere für Rücken- und Bauchschläfer geeignet. Sie leiden bei einer zu weichen Matratze oftmals unter Rückenschmerzen. Menschen mit Rückenproblemen oder einem Bandscheibenvorfall sollten eine sehr hochwertige Tonnentaschenfederkernmatratze wählen, da eine einfache Bonellfederkernmatratze nicht ausreichend punktelastisch ist, um den Körper wie nötig abzustützen.

Wie viel kosten Federkernmatratzen?

Der Preis hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise Hersteller, Größe, die Art des Federkerns und Anzahl der Federn. Die einfachsten Matratzen sind sehr preisgünstig, allerdings ist Federkern nicht gleich Federkern. Die Gesamtqualität bestimmt den Preis. Die Produktionskosten einer Federkernmatratze übersteigen die der anderen Matratzenarten wie einer Kaltschaummatratze deutlich. Eine Federkernmatratze, die günstiger als 150 Euro ist, sollte nicht gewählt werden. Es ist unmöglich, ein hochwertiges Modell zu diesem Preis herzustellen.

Worauf sollte beim Kauf einer Federkernmatratze geachtet werden?

  • Anzahl der Federn: Die Zahl der Federn ist beim Kauf der Federkernmatratze ein wichtiges Indiz für die Qualität. Je mehr davon enthalten sind, desto besser sind die Anpassungsfähigkeit und Stabilität der Matratze. Sie kann den Körper dann umso punktelastischer entgegen federn, sodass der Liegekomfort hoch ist.
  • Matratzenhöhe und Kernhöhe: Die Matratze sollte mindestens eine Gesamthöhe von 18 cm haben. Der Matratzenkern spielt ebenso eine wichtige Rolle. Je höher dieser ist, desto widerstandsfähiger reagiert der Kern auf Druck. Die Kernhöhe sollte 14 bis 19 cm betragen, damit der Körper optimal gestützt und ein Einsinken verhindert wird.
  • Raumgewicht: Das Raumgewicht verdeutlicht die Qualität und in der Folge die Langlebigkeit der Federkernmatratze. Das Raumgewicht sollte mindestens 40 betragen.
  • Stauchhärte: Die Stauchhärte gibt an, wie belastungsfähig die Federkernmatratze ist. Sie hängt vom Körpergewicht des Schläfers ab. Je höher die Stauchhärte ist, desto widerstandsfähiger und robuster ist die Matratze. Schwerere Menschen sollten auf eine hohe Stauchhärte achten.
  • Abnehmbarer Bezug: Die Matratze sollte über einen Bezug verfügen, der abnehmbar und somit in der Maschine waschbar ist. Zudem sollte der Stoff atmungsaktiv und hautfreundlich sein und über ein Prüfsiegel wie ÖkoTex verfügen, um eine hohe Qualität und Schadstofffreiheit sicherzustellen.

Besondere Funktionen einer Federkernmatratze

  • Liegezonen: Ergonomische Liegezonen, von denen sieben empfehlenswert sind, sorgen dafür, dass jeder Körperbereich optimal gestützt wird. Hierfür kommen verschiedene unterschiedlich starke Federn zum Einsatz. In den weichen Zonen wie der Schulterzone sind es weiche Federn und in eher festen Zonen wie dem Beckenbereich bieten sie mehr Widerstand. Dies ist vor allem für Seitenschläfer wichtig, denn die Hüfte und Schulterpartie muss bei ihnen mehr einsinken, damit die Wirbelsäule gerade liegt. Je höher die Zahl der Liegezonen ist, desto besser ist die Stützung des Körpers während des Schlafes.
  • Hohlräume: Alle Federkernmatratzen bieten aufgrund der vielen Hohlräume zwischen den Federn eine optimale Feuchtigkeitsregulierung. Die verbrauchte feuchte Luft wird bei jeder Bewegung aus dem Matratzenkern herausgepresst. Dank der Sogwirkung, die gleichzeitig entsteht, gelangt frische Luft hinein. Die Matratze trocknet durch die permanente Luftzirkulation schnell und ist somit weniger anfällig für eine Bildung von Schimmel und Stockflecken.
  • Griffe: Da Federkernmatratzen einiges schwerer sind als beispielsweise Kaltschaummatratzen, verfügen sie für einen einfacheren Transport oftmals über Handgriffe.

Wie ist die Haltbarkeit bzw. Lebensdauer einer Federkernmatratze?

Die Federn bestehen aus Stahl, sodass sie über eine hohe Stabilität und Festigkeit verfügen. Durch die Robustheit ist die Lebensdauer der Federkernmatratze sehr hoch. Sie behalten auch nach vielen Jahren noch ihre ursprüngliche Form. Hinsichtlich der Langlebigkeit spielt jedoch das Raumgewicht eine wichtige Rolle. Je höher dieses ist, desto länger ist die Matratze haltbar. Eine gute Federkernmatratze mit einem Raumgewicht von 40 kg/m³ hat eine Lebensdauer von sechs bis acht Jahren.

Pflege der Federkernmatratze

Der Matratzenbezug sollte regelmäßig gereinigt werden, um Schmutz, Schweißflecken, Hautschuppen und Milben zu entfernen.
Zudem empfiehlt es sich, die Federkernmatratze regelmäßig ohne Bezug zu lüften, indem sie aufrecht hingestellt wird. Die frische Luft kann gut durch die Lücken hindurchziehen. Auch regelmäßiges Wenden verringert die Abnutzung und erhöht gleichzeitig die Lebensdauer der Matratze.

Federkernmatratze – verschiedene Größen erhältlich

Federkernmatratzenarten werden in unterschiedlichen Größen angeboten, beispielsweise:

  • 80, 90 oder 100 x 200 cm
  • 120, 140, 160, 180 oder 200 x 200 cm

Daneben sind auch Überlängen und Überbreiten verfügbar.

Fazit

Federkernmatratzen zählen unter den verschiedenen Matratzenarten seit vielen Jahren zu den Klassikern. Sie bleiben in Bezug auf die Luftzirkulation und Hygiene klare Favoriten. Die Federkernmatratze gehört neben den Kaltschaummatratzen zu den meistverkauften Matratzen. Sie bleiben kalt, sodass sie sich eher für Menschen eignen, die nachts viel schwitzen.

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